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Ein paar Gedanken zu den Verflechtungen in den Ilmkreis und generell in unserer Region

Der Ort Oelze gehörte bis 1920 zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, Regierungsbezirk Arnstadt, Verwaltungssitz war Gehren. Damit gehörte Oelze wie auch Masserberg zum heutigen Ilmkreis. Dann wurde der Ort 1920 zum Kreis Rudolstadt gegliedert, wo Oelze und Katzhütte dann gemeinsam bis 1952, also genau 32 Jahre diesem Kreis angehörten. Genau diese 32 Jahre sind es, die die Oelzer Richtung Schwarzatal nach Rudolstadt mussten, ansonsten gibt es keinerlei Verflechtungen mit dem Schwarzatal, aber sehr wohl mit unseren direkten Nachbarn in Großbreitenbach, Altenfeld und Masserberg - nämlich eine gemeinsame Geschichte und Vergangenheit. Es wird immer davon geredet, es gäbe keine Verflechtungen nach Großbreitenbach, das ist so nicht richtig. Selbst die Kirchenbücher (Geburten- und Sterberegister und somit Vorläufer des Standesamtes) wurden früher in Großbreitenbach geführt.

Woher kam die Industrie in Katzhütte und Oelze? Jedenfalls nicht aus dem Schwarzatal! Die Fa. Hertwig (Zierkeramik) kam aus Großbreitenbach, die Fa. Voigt (Farbenfabrik) kam aus Böhlen und die beiden Glaswerke in Oelze hat uns der „Glaskönig“ Bulle aus Altenfeld beschert. Auch wenn diese Firmen heute nicht mehr existieren, brachten sie den Orten damals Reichtum und Einkommen.

In diesen Betrieben arbeiteten sehr viele Einwohner aus Großbreitenbach, Altenfeld und Masserberg. Das Glaswerk Masserbrück war ein Betreibsteil des Glaswerk Großbreitenbach, dort arbeiteten fast nur Leute aus Großbreitenbach, Masserberg und Goldisthal.

Wir sind schon als Kinder und Jugendliche ca. 1x in der Woche nach Großbreitenbach gefahren, weil es da alles gab was bei uns fehlte, wie Fotograf, Uhrmacher und Radio- und Fernsehreparaturen. Wie jeder weiß, waren die Kreise zu DDR-Zeiten Selbstversorger und im Kreis Ilmenau konnte man Sachen kaufen, die hier nicht zu haben waren, Busverbindungen gab es mehrmals täglich. Selbst zum Jugendtanz sind wir nach Großbreitenbach gelaufen, nach Altenfeld und Masserberg ins Schwimmbad gegangen.

Bezeichnungen wie der Glasmacherweg zeugen u.a. auch heute noch von einer Verflechtung mit den umliegenden Orten.

Mit der Eingemeindung von Oelze nach Katzhütte sollte der Ort Oelze verschwinden, heute zeugen nur noch 2 Kirchen, 2 Friedhöfe und 2 Feuerwehren davon, dass es einst 2 unterschiedliche Orte waren. Aber unsere Geschichte lassen wir uns nicht nehmen oder verfälschen. Wir hatten und haben noch immer sehr gute Verbindungen in unsere direkten Nachbarorte Goldisthal, Masserberg, Altenfeld und Großbreitenbach.

Leider sind mit der letzten Gebietsreform so ziemlich alle Busverbindungen in den Ilm-Kreis vernichtet worden, der Kraftverkehr teilte sich in OVG und PVG und wir wurden damit von den uns am nächsten liegenden Ortschaften abgeschnitten.

Masserberg hat einen Skilift, einen Aussichtsturm und eine vielseitige Gastronomie. Gemeinsam mit Goldisthal ist eine Hängebrücke über das Unterbecken geplant. Davon kann der Tourismus in Katzhütte, vor allem die Vermieter von Zimmern und Gästewohnungen, auch profitieren, da es in direkter Nachbarschaft zu uns ist. Der „Leuchtturm“ in Schwarzburg ist viel zu weit weg, um bis nach Katzhütte und Oelze zu leuchten und wird uns nicht einen Touristen mehr bescheren.

Warum haben die Orte rund um Großbreitenbach, Goldisthal und wir ein gemeinsames Ortsnetz? Weil wir EINE Region sind und auch immer waren.

Gabi Six